Der Falklandkrieg

Die Falklandinseln:

Geographische Lage:

Falkland

Die Falklandinseln liegen im südlichen Atlantik, ungefähr 600km nordöstlich der Spitze Feuerlandes, womit sie geographisch zu Südamerika gehören.
Sie bestehen aus den zwei Hauptinseln Ostfalkland (Isla Soledad) und Westfalkland (Gran Malvina), sowie rund 200 kleineren Inseln.
Die gesamte Fläche der Inseln beträgt etwa 12100 km², wobei die beiden Hauptinseln alleine schon je ca. 6000km² ‘groß’ sind.
Ost- und Westfalkland werden von dem 20 km breiten Falklandsund getrennt, an dem auch Port Howard, der Hauptort von Westfalkland liegt.
Die Hauptstadt Stanley (ca. 2000 Einwohner) liegt an der Ostküste Ostfalklands. 1

Sonstiges:

Die Wirtschaft auf den Falklandinseln setzt sich zum größten Teil aus Schafzucht (Wollexport an Großbritannien) und Fischerei zusammen.
Außer den mehr als 600 000 Schafen beherbergen die Inseln viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten, darunter Seelöwen, Pinguine, Magellangänse und Albatrosse.
Das Klima ist kalt, windig und regnerisch, wobei das Thermometer auch im Sommer selten auf über 20 °C klettert und die Durchschnittstemperatur bei 5°C liegt.
Deswegen, und weil die Wassertemperatur maximal bei 11°C liegt und es an über 200 Tagen im Jahr regnet oder schneit, sind die Falklandinseln kein Ziel für Touristen.
Politisch gesehen hat Falkland seit 1985 eine eigene Verfassung, wobei es immer noch zu britischem Überseegebiet gehört.
Gouverneur ist seit 2006 Alan Huckle.

Historischer Abriss (1592-1981):


Die damals noch unbewohnten Falklandinseln wurden erstmals 1592 von John Davis, einem englischen Seefahrer gesichtet.
Aber betreten wurden sie erst 1690 von John Strong, der den Inseln nach einem britischen Offizier (Viscount Falkland ) ihren jetzigen Namen gab, sie jedoch nicht für England in Besitz nahm.
Ab1764 entstanden Siedlungen durch die Franzosen auf Ostfalkland und zwei Jahre später wurde Westfalkland von den Engländern zur Kolonie erklärt.
Später gaben die Franzosen wegen der Aufteilung des Atlantiks zwischen Spanien und Portugal ihre Kolonie an Spanien ab.
Von diesem Zeitpunkt an waren die Falklandinseln immer wieder Gegenstand von Gebietsstreitigkeiten zwischen England uns Spanien, danach zwischen England und der ehemaligen spanischen Kolonie Argentinien.

1831 greift die USA in den Konflikt ein und erklärt Falkland zum herrenlosen Gebiet.
Sie erheben jedoch keinen Einspruch, als Großbritannien 1833 eine Marinebasis errichtet und Falkland 1837 zur britischen Kolonie erklärt.
Zu diesem Zeitpunkt werden die Inseln hauptsächlich von britischen Einwanderern bewohnt.
Außer den Deutschen, die 1914 erfolglos versuchen die Falklandinseln einzunehmen, interessiert sich 150 Jahre niemand mehr für sie.
Nachdem die Argentinier seit 1833 jährlich gegen die Besetzung der Falklandinsel durch England protestierten, forderte eine UN-Resolution beide Länder 1960 zu einer diplomatischen Lösung auf.
Die Einigung sollte im Interesse der Einwohner (fast nur Briten) stattfinden, wodurch die Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich bestätigt wurde.
Im Dezember 1981 gelangte in Argentinien General Leopoldo Galtieri durch einen Militärputsch an die Macht. Er versprach den Argentiniern die Rückeroberung der Falklandinseln.

Der Falklandkrieg:

Auslöser:

Argentinische Arbeiter hissen am 18. März 1982 eine argentinische Flagge auf Süd-Georgien, einer Inselgruppe südöstlich der Falklandinseln, die ebenfalls zum britischen Überseegebiet zählt.
Die Engländer fühlen sich dadurch provoziert und schicken ein Kriegsschiff, um die Argentinier zu vertreiben.
Das nehmen die Argentinier zum Anlass Süd-Georgien und die Falklandinseln erfolgreich zu besetzten.
Woraufhin Großbritannien Süd-Georgien zurückerobert und versucht die Falklandinseln zu besetzen.
Parallel dazu lehnt sich die argentinische Bevölkerung gegen den Diktator Galtieri auf und veranlasst ihn dazu, durch einen Krieg sein Ansehen zu verbessern.
Der Konflikt eskaliert.


Ablauf:

Am Morgen des 2. April 1982 treffen deswegen argentinische Kriegsschiffe- und Flugzeuge bei Port Stanley ein, wo sie den Flugplatz und die Rundfunkstationen besetzen.
Da die Briten nur wenige Mann auf den Falklandinseln stationiert haben, werden diese und der Gouverneur gefangengenommen.
In den nächsten Tagen schickt Argentinien über 10 000 Soldaten auf die Inseln, während Großbritannien jegliche diplomatischen Beziehungen zu Argentinien abbricht und ebenfalls Kriegsschiffe aussendet.
Daraufhin erklärt Argentinien am 4.4.1982 die Falklandinseln zusammen mit Südgeorgien und den Südsandwichinseln zur 24. Provinz.
England schickt weitere Flotten und Flugzeuge in Richtung Falkland und erklärt am 7.4.1982 das Gewässer 200 Seemeilen um die Inseln herum zum militärischen Sperrgebiet.
Argentinien reagiert darauf mit einem 200 Seemeilen weiten ‘Südatlantischen Operationsgebiet’ vor ihrer Küste.
Am 25.4.1982 gelingt es Großbritannien ohne großen Widerstand gesamt Südgeorgien zu besetzen.
Ab dem 1. Mai beschießen britische Fregatten Port Stanley, um dort den Flughafen zu zerstören, was ihnen aber nur teilweise gelingt. Der Flugplatz ist für die inzwischen über 12 000 argentinischen Soldaten immer noch nutzbar.
Obwohl der argentinische Kreuzer “General Belgrano” sich außerhalb der militärischen Sperrzone befand, wird er am 2.5. von britischen Torpedos versenkt.
Die Briten halten diesen Angriff für gerechtfertigt, woraufhin sowohl Wasser- als auch Luftkämpfe in der Umgebung der Falklandinseln beginnen.
Am 8. Mai ist die nötige Versorgung der Inseln nicht mehr möglich. Ab dem 21. landen die Briten mit Hubschraubern und Schiffen auf Falkland, was die Argentinier nicht abwehren können.
Nachdem sie ins Innere der Insel vorgedrungen sind, nehmen die Briten am 28. Mai 1982 als erstes das Dorf Goose Green ein.
Danach folgt Port Stanley, woraufhin der argentinische Generalmajor Menendez einen 24-stündigen Waffenstillstand vorschlägt. Am 15.6.1982 werden die Kampfhandlungen von beiden Seiten eingestellt und Argentinien kapituliert gegenüber England.
Gerüchte, dass die Engländer während der ganzen Zeit Atomwaffen auf ihren Schiffen transportiert haben sollen, wurden nur teilweise bestätigt.
„Diese [Atomwaffen] sind von Bord genommen worden, bevor die Schiffe argentinische Gewässer anliefen, sagte am Sonntag ein Sprecher des britischen Außenministeriums.“

Ursachen und Gründe:

Als Ursache für den Falklandkrieg werden häufig die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der Inseln angeführt:
Das Mitbestimmungsrecht über die Antarktis und deren Bodenschätze, vermutete Erdöl- und Erdgasvorkommen im Atlantik und die Fischereirechte um die Inseln.
Diese Gründe waren aber bestimmt nicht alleine ausschlaggebend für einen Krieg, um eine ansonsten unwichtige Inselgruppe.
Für Argentinien war es wirtschaftlich sogar eher kontraproduktiv einen Krieg mit Großbritannien anzufangen, das ihr größter Abnehmer für landwirtschaftliche Produkte war.
Auch für Großbritannien machte der Krieg, wegen der großen Entfernung wirtschaftlich wenig Sinn. Alleine die Kosten für den Treibstoff der Kriegsschiffe war höher als der mögliche Gewinn durch Schafswolle in einem Jahr.
Bei beiden Ländern spielt hingegen ein gewisser Nationalstolz eine Rolle.
Die Engländer geben zum Beispiel als offiziellen Kriegsgrund die ‘argentinische Invasion’ an.
Für die Argentiner zählen die Falklandinseln traditionell seit 1833 zu ihrem Land. Zum einen wegen der geographischen Nähe, zum anderen als Erbe der Spanier.
In folgendem Zitat macht Galtieri klar, dass die Ehre der argentinischen Nation kein Thema für Verhandlungen sein kann: „I am proud to have had the statisfication at this meeting with representatives from the United States of making it clear that the honour of the Agentinian nation is not subject to negotiation, no matter with whom.“
Die Hauptgründe für die Eskalation des Konflikte sind aber vermutlich in der Innenpolitik zu suchen.
Die in Argentinien herrschende Militär-Junta von General Leopoldo Galtieri, brauchte dringend eine Ablenkung von den innenpolitischen Themen seines Landes.
Argentinien hatte unter wirtschaftlichen Problemen, hoher Arbeitslosigkeit und einer Inflation zu leiden. Geichzeitig schlossen sich Teile der Bevölkerung gegen die Militärdiktatur zusammen.
Dadurch sah General Galtieri seine Machtposition gefährdet und wollte das Land gegen einen gemeinsamen Feind einigen.
“Der Krieg war improvisiert“ sagt ein Veteran „Mit der Invasion wollte die Militärjunta vom Widerstand gegen das „Regime ablenken.“
Die argentinische Invasion begann nämlich „zufällig“, nachdem einige Gewerkschaften zu einer Demonstration gegen das Militärregime aufgerufen hatten.
Auch Großbritannien hatte zu dieser Zeit wirtschaftliche Probleme, von denen es abzulenken versuchte. Die Arbeitslosenzahl bewegte sich um die drei Millionen und es gab viele Firmenpleiten.
Dabei fielen vor allem Zeitungen, wie The Sun mit provozierenden Zitaten: “GOTCHA!“ (Nachdem das argentinische Schiff General Belgrano samt Besatzung versenkt wurde.) “ auf.
Dass der Konflikt sich zu einem Krieg ausweitete, könnte auch an der Unterschätzung des jeweiligen Gegners gelegen haben.
Niemand hätte gedacht, dass ein schwächeres Land, wie Argentinien eine Nuklear-Macht angreifen würde.
Deswegen hatte Großbritannien auch nur eine viel zu kleine Garnison auf den Falklands stationiert, was die Besetzung der Inseln durch Argentinien erst ermöglichte.
Galtieri seinerseits unterschätzte Margarete Thatcher und glaubte anscheinend nicht, dass eine Frau einen Krieg anfangen würde.
„The junta —Galtieri told me— never believed the British would respond.“

Folgen:

Die Verluste an Menschenleben und Material sind im Verhältnis zum Anlass des Krieges erschreckend.
Für Kritik sorgt dabei vor allem die Versenkung des argentinischen Schiffes General Belgrano, das sich bereits außerhalb der 200-Meilen-Zone befand, als es von den Engländern abgeschossen wurde.
Hierbei starben am 2.Mai 1982 insgesamt 323 Argentinier.
Noch Jahre später haben sowohl britische als auch argentinische Soldaten unter den schrecklichen Kriegserlebnissen zu leiden.
Es sollen sich insgesamt mehr Veteranen nach dem Krieg das Leben genommen haben, als Soldaten im Krieg umgekommen sind. 17
Je nachdem ob man eine argentinische oder britische Quelle zu Rate zieht, erhält man unterschiedliche Angaben zu den Verlusten.

Für Argentinien hatte der Krieg insofern auch positive Folgen, als dass der Untergang der Militärdiktatur beschleunigt wurde und sowohl Demokratie, als auch Menschenrechte wiedereingeführt wurden.
Präsident Galtieri wurde am 18. Juni 1982 unter Hausarrest gestellt und 1983 angeklagt den Krieg nicht richtig geführt und gegen die Menschenrechte verstoßen zu haben.
Ihm wird vorgeworfen er hätte sich verkalkuliert und tausende schlecht ausgerüstete Wehrpflichtige im Falklandkrieg sterben lassen.
1983 wurde daraufhin Raúl Alfonsín als erster demokratischer Präsident Argentiniens gewählt.
In England war für Margarete Thatcher der gewonnene Krieg ein politischer Erfolg.
Bei der nächsten Wahl wurde sie mit großer Mehrheit wiedergewählt, was später ‘Falkland Factor’ genannt wurde.
Es war der größter Wahlsieg der britischen Konservativen, wobei die Labour Party ihre größte Niederlage seit über 50 Jahren einräumen musste.
Der Krieg hatte natürlich große Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen England und Argentinien.
Erst 1998 besuchte erstmals wieder ein argentinischer Präsident, Carlos Menem, das vereinigte Königreich, was seit 1960 nicht mehr vorgekommen ist.

Fazit:

Hatte der Falklandkrieg trotz allem auch positive Auswirkungen?
Der Falklandkrieg von 1982 veranschaulicht, dass selbst in der heutigen Zeit Konflikte sehr schnell zu einem Krieg führen können, und dass auch westliche Politiker bereit sind, für eine relativ unwichtige Sache Menschenleben zu opfern.
Die eigentlichen Verlierer des Krieges sind hierbei die Bewohner der Falklandinseln.
Zitate wie zum Beispiel:“Erst kommen diese verdammten Algies und jetzt ihr. Warum lasst ihr uns nicht in Frieden!“, eines„befreiten“ Falkländers machen das deutlich.
Das einzig positive war, dass Argentinien durch den verlorenen Falklandkrieg den Weg zur Demokratie eingeschlagen hat, was jedoch von den erschreckende Dinge, die auf den Inseln vorgefallen sind, überschattet wird.

( Bild: Grey59 / pixelio.de)
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